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Konzerte und Lesungen im Herrenhaus 2024

Malion Quartett – Unerhörtes Wagen

17.02.2024, 17 Uhr

Das 2018 gegründete Malion Quartett zählt zu den vielseitigsten Quartetten der jungen Generation und erspielte seit dem Gründerjahr mehrere Auszeichnungen. Im Mittelpunkt des Kammerkonzerts stehen die drei Komponisten Joseph Haydn, Felix Mendelssohn Bartholdy und Claude Debussy. Ausgewählt sind Werke, die die drei Komponisten in einem ausgesprochen jungen Alter schufen. Die grenzenlose Experimentierfreude der jungen Komponisten lässt die Zuhörer*innen Unvergleichbares miteinander vergleichen. So kann man in Debussys erstem und einzigen Streichquartett fernöstliche Klänge entdecken. In Mendelssohns Werk op.12 wird man Zeuge, wie ein junger Mensch mit Leichtigkeit das musikalisch schwere Erbe eines Ludwig van Beethovens abstreift. Und der junge Haydn überkommt die Lust, mit den Konventionen zu brechen und sein Streichquartett in g-Moll provokant mit einem Thema zu eröffnen, das nur 7 Takte misst. Was waren die Inspirationen dieser Komponisten? Diesen und weiteren spannenden Fragen geht das ebenfalls junge Malion Quartett an diesem Abend nach.

Gefördert durch die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler des Deutschen Musikrates.

Foto: Buelent Yasar

 

Daniela Dröscher – Lügen über meine Mutter

16.03.2024, 17 Uhr

»Lügen über meine Mutter« ist zweierlei zugleich: die Erzählung einer Kindheit im Hunsrück der 1980er, die immer stärker beherrscht wird von der fixen Idee des Vaters, das Übergewicht seiner Frau wäre verantwortlich für alles, was ihm versagt bleibt: die Beförderung, der soziale Aufstieg, die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft. Und es ist eine Befragung des Geschehens aus der heutigen Perspektive: Was ist damals wirklich passiert? Was wurde verheimlicht, worüber wurde gelogen? Und was sagt uns das alles über den größeren Zusammenhang: die Gesellschaft, die ständig auf uns einwirkt, ob wir wollen oder nicht? Der Roman war 2022 für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Foto: Linda Rosa Saal

The Twiolins – Vivaldi und Piazzolla

20.04.2024, 17 Uhr

The Twiolins, das Geschwisterduo Marie-Luise und Christoph Dingler, sind bekannt für ihre unkonventionellen Interpretationen klassischer Musik. Diese außergewöhnliche Kreativität zeigen sie in ihrem neuen Programm meisterlich. Nach vielen Jahren auf nationalen und internationalen Bühnen, haben die Geschwister nach einer neuen Herausforderung gesucht und diese mit ihrem Projekt „Eight Seasons“ gefunden. Gemeinsam ergründen sie, was Vivaldi und Piazzolla gemeinsam haben und wie wohl „Die Vierjahreszeiten“ reagieren, wenn sie mit dem klassischen argentinischen Tango kombiniert werden. The Twiolins laden ihre Zuhörer*innen ein, Vivaldis Virtuosenstück zu genießen und sich von argentinischer Sehnsucht und Leidenschaft ergreifen zu lassen.

Gefördert durch die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler des Deutschen Musikrates.

Foto: Robert Just

Die neuen 3 - Erich Kästner und seine Zeit

18.05.2024, 17 Uhr, Literaturkonzert

"Die Neuen 3", ein Ensemble aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim hat den 50.Todestag von Erich Kästner zum Anlass genommen, sich diesem herausragenden Schriftsteller anzunähern. Kästner setzte sich in seinen Gedichten und Essays oft mit dem Alltagsleben und den Herausforderungen der modernen Gesellschaft auseinander. Seine humorvollen und einfühlsamen Erzählungen zeichnen sich durch eine zeitlose Relevanz aus und sind für ihre sozialkritischen Elemente bekannt. „Die Neuen 3“ spüren dieser überaus beeindruckenden Persönlichkeit nach und zeichnen mit Liedern u.a. von Franz Schubert und Robert Schumann den musikalischen Geist dieser Zeit nach.

Foto: Jörg Moeken

Bright Brass – Die Amerikaner

15.06.2024, 17 Uhr, Sozialer Ökohof St. Josef e.V.

Die fünf Blechbläser, die das Ensemble „Bright Brass“ bilden, haben sich 2019 an den Hochschulen Hamburg und Hannover und bei Projekten Berliner Orchestern kennengelernt. Seither verbindet sie eine gemeinsame musikalische Vision, die bereits Früchte getragen hat. 2022 wurden die jungen Musiker beim Deutschen Musikwettbewerb mit einem Stipendium ausgezeichnet und in die Konzertförderung aufgenommen. In einem unterhaltsamen Programm rund um die amerikanische Tradition des Blechbläserquintetts zeigen sie mit viel Humor und Können die musikalischen Facetten des amerikanischen Kontinents. Südamerikanische Tanzelemente dürfen dabei genauso wenig fehlen, wie amerikanischer Jazz, Bossa Nova, Ragtime und unterhaltsame Einblicke in die moderne Musikgeschichte.

Foto: Camila Massi Lizarraga

Philipp Böhm - Supermilch

20.07.2024, 17 Uhr

Die Geschichten in „Supermilch“ erzählen von einer unruhigen, nervösen Zeit: von der Transformation der Arbeitswelt, von digitalem Alltag und der Zerstörung der Natur. Die Menschen sind überfordert von ihrer Lohnarbeit, die doch angeblich mehr sein soll als nur Arbeit. Sie sind ermüdet von der beständigen Suche nach der besten Version ihrer selbst und können doch nicht davon lassen. Sie haben Angst, aber können nicht sagen wovor. Einen normalen Tag herumzubringen, scheint in dieser Welt das Einfachste und Schwerste zugleich zu sein. Also stürzen sich ihre Bewohner in Privatobsessionen, suchen ihr Glück im Ausstieg, steigern sich in obskure Internet-Phänomene hinein oder wählen sinnlose Gewalt als letztes Mittel. »Supermilch« wirft einen Blick in die Zukunft – und die ist bedrohlich, flimmernd und weird.

Foto: Nanediehl

Sounds like a Trio – Ist es Klassik? Ist es Jazz?

17.08.2024, 17 Uhr

Die deutsch- niederländische Zusammenarbeit „Sounds like a Trio“, besteht aus dem Pianisten Michael Kotzian, dem Saxophonisten Arjen van El und dem Kontrabassist Konstantin Wienstroer. Die drei Musiker stellen in diesem neuen Konzertprogramm eine Verbindung von klassischer und Jazzmusik her. Ausgehend von Themen der Kompositionen von u.a. Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Fréderic Chopin, Claude Debussy und Erik Satie arrangiert das Trio diese Musik neu und verbindet sie mit Elementen der Jazzmusik und der Improvisation zu einem besonderen Klangerlebnis. Komplettiert wird das Konzert von „Sounds like a Trio“ mit neuen, für das Trio geschriebenen Stücken des Pianisten Michael Kotzian. Der Pianist führt in diesem moderierten Konzert das Publikum durch das Programm und beleuchtet Hintergründe zu den Komponisten, ihren Kompositionen und ihrer Zeit.

Foto: Josef Köhne

Jarka Kubsova - Marschlande

21.09.2024, 17 Uhr

Die 1977 in Tschechien geborene Autorin lebt seit ihrem zehnten Lebensjahr in Deutschland und hat sich für ihren im August 2023 erschienenen Roman „Marschlande“ in die Geschichte ihrer Heimatstadt Hamburg gestürzt. Dabei ist Jarka Kubsova auf ein faszinierendes Schicksal gestoßen. Im Hamburger Marschland wird um 1580 Abelke Bleken der Hexerei beschuldigt und hingerichtet. In der Gegenwart zieht Britta Stoever mit ihrem Mann und ihren Kindern in die Marschlandschaft. Hier stößt sie, sich an ihren neuen Alltag gewöhnend, auf Abelkes erschreckende Geschichte und lernt dabei die Vergangenheit und sich selbst besser kennen. Vom NDR als Buch des Monats September 2023 ausgezeichnet, erzählt „Marschlande“ von den Schicksalen zweier starker Frauen und wie die Hexenverbrennungen von damals noch heute Auswirkungen auf das Leben als Frau haben.

Foto: Christoph Niemann

Octavians - „Von guten Freunden…“

19.10.2024, 17 Uhr, Sozialer Ökohof St. Josef e.V.

Die Octavians gehören zu den bekanntesten Vokalensembles in Mitteldeutschland. Sie sind mehrfacher Preisträger verschiedener A-cappella-Wettbewerbe und brillieren mit ihrer Vielseitigkeit und ihrer stimmlichen Homogenität. Sie beherrschen die Gratwanderung zwischen humoristischem und geistlichem Liedgut mit Bravur im Spektrum vom höchsten Sopran bis zum tiefen Bass. In ihrem neuen Programm gehen die Sänger der Frage nach: Was ist die Freundschaft in der Musik? Zwischen romantischen Weisen, poppigen Songs und alten, heimatlichen Liedern finden die sieben jungen Sänger ihre ganz persönliche und zu Herzen gehende Antwort. Das Publikum kann sich an diesem Abend auf Werke von Johann Sebastian Bach, Mendelssohn, Elvis, Sting und Billy Joel freuen.

Foto: Markus Harbelt

Nele Pollatschek - Kleine Probleme

16.11.2024, 17 Uhr

Eigentlich wollte Lars, neunundvierzigjähriger Vieldenker und angehender Schriftsteller, die Lücke zwischen den Jahren dafür nutzen, endlich alles zu erledigen, was in den letzten Dekaden so auf der Strecke geblieben ist. Doch die Woche, in der noch alles zu schaffen gewesen wäre – plötzlich ist sie aufgebraucht. Der letzte Tag des Jahres hat begonnen. Und als Lars den ersten Punkt seiner To-do-Liste ansteuert, fühlt es sich an, als müsse er nicht nur sich selbst, sondern eine ganze Welt neu erfinden. In ihrem lustigen, tragischen und philosophischen Roman erzählt Nele Pollatschek von Chaos und der Sehnsucht nach Ordnung, von perfekten Kindern und unperfekten Eltern, von Liebe, kleinen Schrauben und großen Werken. Vor allem aber erzählt sie von der Schwierigkeit, sein Leben nicht auf später zu verschieben.

Foto: Urban Zintek