Kunst auf Rezept - Willkommen in der KunstschulPRAXIS
Die Kunstschule Zinnober beteiligt sich in diesem Jahr am landesweiten Projekt „Kunst auf Rezept – Willkommen in der Kunstschulpraxis“, initiiert vom Landesverband der Kunstschulen Niedersachsen e.V.. Hier werden Politiker*innen des Niedersächsischen Landtages in die Kunstschulen eingeladen, um mit politik- und kunstinteressierten Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Für alle Beteiligten bietet dieses Projekt interessante Aspekte: die Jugendlichen lernen Politiker*innen kennen und haben die Möglichkeit direkt mit ihnen in einen Diskurs zu gehen. Die Politiker*innen wiederum können sich vom kreativen Blick der jungen Menschen auf ausgewählte Anliegen für ihre Arbeit inspirieren lassen.
Zinnober wurde zur "KunstschulPRAXIS" mit einem achtköpfigen "Fachärzteteam". Anjee Ayssa, Sara Hügle, Niks Labeckis, Inke Machatsch, Helene Magnus, Elias Merz, Iwan Saldaev und Robyn Strehlau gingen mit den Landtagsabgeordneten Hartmut Moorkamp, CDU und Heiko Sachtleben, Bündnis 90/Die Grünen und ihren Anliegen in Diskurs. Sie erfuhren, wo den beiden Politikern der Schuh drückt, was ihnen Kopfschmerzen bereitet, wofür sie einen guten Durchblick und einen langen Atem brauchen, was ihr Herz höher schlagen lässt und wovon sie die Nase voll haben. Sara (16) sagt: "Mit beiden Landtagsabgeordneten war das Gespräch angenehm. Es war möglich auf Augenhöhe zu diskutieren und viele Fragen zu stellen. Die Gespräche haben viel Spaß gemacht." Robyn (20) ergänzt: "Das Projekt ermöglicht ziemlich persönliche Gespräche mit den Politikern, die sonst gefühlt unerreichbar erscheinen."
Im Anschluss an den Austausch haben wir im Team reflektiert und erste Ideen zur „Behandlung“ geteilt. Daraus entwickelten sich in mehreren arbeitsintensiven Terminen sehr individuelle konkrete „Medizinen“, zu denen Herr Moorkamp und Herr Sachtleben jeweils ein individuelles „Rezept“ geschickt bekommen haben.
Unser Besuch im Landtag Niedersachsen
Der Abgeordnete Heiko Sachtleben hatte uns im im "Erstgespräch" eingeladen, ihn im Landtag zu besuchen und ganz direkt die Abläufe in einer Plenumssitzung kennen zu lernen. Am 27. März war es dann so weit:
Künstlerische Praxis
Nach unserem Landtagsbesuch ging es mit der Detailgestaltung beider Medikamente weiter. Wir entwarfen eine überdimensionierte "Pillenbox" mit dem Titel "Demokracetamol" mit sechs verschiedenen politischen Themen und einem riesigen Beipackzettel für Herrn Sachtleben. Dafür verwendeten wir sowohl Keramik, Papiermaché und Fimo, als auch Video-, Foto- und Tonaufnahmenmaterial.
Herr Moorkamp bekam einen "Fahrstuhl" mit dem Titel "ask the elevator: political edition". Hier wird eine rückwandig angebrachte Papierrolle mit einem Drehmechanismus über ein Fahrradpedal bewegt, um in "Stockwerke" mit interessanten Themen zu fahren. Der Fahrstuhl besteht aus Pappe, Klebefolie, Acrylglas und Farben.
Nach sieben Monaten intensiver Planung, Konzeption und Gestaltung ist es endlich so weit:
Die individuellen Medikamente sind fertig!
Die Überreichung der "Medizinen"
Am 3. Juli haben wir dann endlich die erste Medizin persönlich an den Landtagsabgeordneten Hartmut Moorkamp überreichen können. Er sagte "Ich bin begeistert, überrascht und berührt, mit wie viel Kreativität ihr politische Anliegen sichtbar macht und wie viel von dem ersten Gespräch in diesem Kunstwerk aufgenommen wurde."
Am 15. August haben wir dem Abgeordneten Heiko Sachtleben das "Demokracetamol" persönlich überreicht. Er dafür extra von Peine nach Papenburg gekommen und war ebenfalls hochbegeistert über die Vielfältigkeit seiner "Pillen" und der "Pillenbox".
Damit findet ein außergwöhnliches Projekt seinen Abschluss - mit viel Einfallsreichtum und Gestaltungskraft, einem intensiven politischen Diskurs und gegenseitiger Wertschätzung.
Kunst auf Rezept - der Film ist da!
Vielen herzlichen Dank an den Landesverband der Kunstschulen Niedersachsen e.V. für das Ermöglichen dieser Erfahrung.
Initiiert und gefördert wurde dieses Projekt durch den Landesverband der Kunstschulen Niedersachsen e.V. mit Mitteln des Landes Niedersachsen.
Kontakt
Wir sind zu erreichen:
Montag bis Donnerstag
von 9 bis 12 Uhr sowie
von 14 bis 17 Uhr
Freitag von 9 bis 13 Uhr
Telefon: 04961 / 82 5324
E-Mail: kunstschule-zinnober@papenburg.de
Ölmühlenweg 11
26871 Papenburg