Die Stadt Papenburg hat ihre Kommunale Wärmeplanung (KWP) erfolgreich abgeschlossen und stellt damit die Weichen für eine klimaneutrale und zugleich sichere Wärmeversorgung der Zukunft. Der Wärmeplan ist ein zentrales strategisches Instrument, um den zukünftigen Wärmebedarf zu analysieren, Potenziale zu identifizieren und konkrete Maßnahmen für die Wärmewende vor Ort abzuleiten.
“Mit der Kommunalen Wärmeplanung schaffen wir eine wichtige Grundlage dafür, die Wärmeversorgung in Papenburg langfristig sicher, bezahlbar und klimafreundlich weiterzuentwickeln”, sagt Bürgermeisterin Vanessa Gattung. “Der Wärmeplan gibt Orientierung, ohne heute bereits individuelle Entscheidungen vorwegzunehmen. Jetzt sind die nächsten Schritte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft und allen beteiligten Akteuren anzugehen.“
Warum Kommunale Wärmeplanung?
Die Wärmewende spielt eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität bis 2040. In Papenburg besteht im Bereich Wärmeversorgung besonderer Handlungsbedarf: Der Großteil der bereitgestellten Wärme – rund 90 Prozent – stammt derzeit noch aus fossilen Energieträgern, insbesondere Erdgas. Gleichzeitig sind Kommunen gesetzlich verpflichtet, eine Wärmeplanung zu erstellen. Als Mittelzentrum muss Papenburg diese Vorgabe bis spätestens Ende 2026 erfüllen.
Was leistet der Wärmeplan?
Die Kommunale Wärmeplanung schafft erstmals eine umfassende Datengrundlage über die aktuelle Wärmeversorgung und zeigt auf, wie sich diese künftig entwickeln kann. Sie dient als Orientierung für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Unternehmen und Investoren.
Der Wärmeplan ist dabei kein statisches Dokument: Er wird regelmäßig – mindestens alle fünf Jahre – fortgeschrieben und an neue Entwicklungen angepasst.
Zentrale Ergebnisse für Papenburg
Die Analyse zeigt: Auch in Zukunft wird die Wärmeversorgung in Papenburg überwiegend dezentral erfolgen. Über 97 Prozent der Gebäude werden perspektivisch individuell – etwa durch Wärmepumpen oder andere erneuerbare Technologien – versorgt. Wärmenetze können in ausgewählten Gebieten eine sinnvolle Ergänzung darstellen.
Insgesamt wurden mehrere potenzielle Wärmenetzeignungsgebiete identifiziert. Gleichzeitig wurden konkrete Maßnahmen definiert, die schrittweise umgesetzt werden sollen – darunter der Ausbau der Energieberatung, die Integration der Wärmeplanung in die Stadtentwicklung sowie die Erstellung von Machbarkeitsstudien für geeignete Quartiere.
Ein wesentliches Ergebnis ist außerdem das große Einsparpotenzial im Gebäudebestand: Durch energetische Sanierungen kann der Wärmebedarf deutlich reduziert werden.
Marcus Krücken, Projektleiter Kommunale Wärmeplanung bei EWE NETZ: „Die Ergebnisse zeigen: Für Papenburg wird es nicht die eine Lösung geben, sondern einen Mix aus unterschiedlichen Technologien und Ansätzen. Während die Wärmeversorgung in vielen Bereichen künftig dezentral erfolgen wird, könnten Wärmenetze in Kombination mit vorhandenen Wärmequellen eine sinnvolle Ergänzung sein. Wichtig ist nun, die identifizierten Potenziale weiter zu prüfen und konkrete Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen.“
Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit im Fokus
Neben dem Klimaschutz stehen Versorgungssicherheit und langfristige Kostenstabilität im Zentrum der Planung. Fossile Energieträger werden künftig voraussichtlich teurer und zugleich mit steigenden Versorgungsrisiken verbunden sein. Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist daher nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch ökonomisch sinnvoll.
Blick nach vorn
Mit der Veröffentlichung der Kommunalen Wärmeplanung beginnt nun die nächste Phase: die konkrete Umsetzung. Ab 2026 sollen erste Maßnahmen umgesetzt, Projekte vertieft geplant und weitere Analysen durchgeführt werden. Fortschritte werden regelmäßig überprüft und kommuniziert.
Ziel ist es, die Wärmewende in Papenburg gemeinsam mit allen Beteiligten – Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft – aktiv zu gestalten.
Zahlen, Daten, Fakten
- Aktueller Wärmebedarf der Stadt Papenburg: rund 555 GWh pro Jahr, davon 91 Prozent aus fossilen Energieträgern
- Mögliche Reduktion des Wärmebedarfs durch Sanierung im Wohnsektor: ca. 176 GWh pro Jahr
- Zielbild 2040: Reduzierter Wärmebedarf auf etwa 398 GWh pro Jahr und deutliche Senkung der CO₂-Emissionen
Ansprechpartnerin der Stadt Papenburg
Kathrin Klaffke
04961 / 82-5296