Die Stadt Papenburg und der Landkreis Emsland arbeiten gemeinsam mit der Technischen Universität Dortmund sowie belgischen und niederländischen Beratern an Konzepten und Maßnahmen zur Klimaanpassung im öffentlichen Raum. Bürgermeisterin Vanessa Gattung und Umweltdezernent Dr. Michael Kiehl begrüßten das internationale Expertenteam in der Fehnstadt.
Im Landkreis Emsland gebe es bereits zahlreiche Aktivitäten und Maßnahmen zur Klimaanpassung, betonte Kiehl. „Wie etwa der Emslandplan 2.0 im Bereich des Wassermengenmanagements“, nannte er ein Beispiel. Im Zentrum des Projekts geht es um Klimaanpassungen als Aufgabe der Verwaltung. „Das Projekt stärkt die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen und hilft uns, Klimaanpassung intern abgestimmt und strukturiert anzugehen“, erläutert der Umweltdezernent. Ziel sei es, kurz-, mittel- und langfristige Schritte miteinander zu verzahnen und Klimaanpassung als festen Bestandteil der kommunalen Planung zu verankern.
Auch Bürgermeisterin Vanessa Gattung unterstrich den Wert der internationalen Zusammenarbeit: „Der europäische Austausch ist für uns enorm bereichernd. Viele Kommunen stehen vor ähnlichen Herausforderungen – hier voneinander zu lernen, ist ein echter Gewinn für alle Beteiligten.“
Durch das Projekt konnten in Landkreis und Stadt bereits zentrale Handlungsfelder identifiziert werden. Erste Anpassungsmaßnahmen wurden angestoßen, weitere befinden sich in Planung. Neben dem Wassermengenmanagement sind dies die Stadtentwicklung, Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz sowie der Katastrophenschutz mit Blick auf Extremwetter oder Waldbrandrisiken. „All das sind Felder, in denen der Klimawandel längst spürbar geworden ist. Hier brauchen wir konkrete, praxisnahe Lösungen“, sagt Kiehl.
Eine Besonderheit beim Projekt Green Team ist die Beteiligung der Energieeffizienzagentur Emsland. Als Projektpartner kann die Agentur ihre Beratungskompetenz für Unternehmen mit Blick auf Klimawandel und Klimaanpassung erweitern. Künftig sollen entsprechende Aktivitäten auch in die Auszeichnung „Klimabewusstes Unternehmen“ einfließen. Der Klimaschutz und die Klimaanpassung waren beim Projekttreffen zudem ein wesentliches Thema bei einer Exkursion zur Meyer Werft.
Als hervorragender Veranstaltungsort erwies sich die Historisch-Ökologische Bildungsstätte (HÖB): Sie konnte ihr innovatives Bildungsprojekt „KI for Green" vorstellen, das Künstliche Intelligenz mit Umweltschutz verknüpft. Es erläutert jungen Menschen interaktiv, wie KI zur Bewältigung globaler Nachhaltigkeitsprobleme wie dem Klimawandel beitragen kann.
Neben dem Landkreis Emsland, der Stadt Papenburg und der Energieeffizienzagentur Emsland sind im Projekt Green Team auch die Technische Universität Dortmund, die Provinz Antwerpen, die Gemeinden Middelburg (NL) und Putte (BE), die Foundation Adaptation Atelier, das Water Board of Schieland and the Krimpenerwaard sowie die Association of Public Greenery vzw und die European Region der International Federation of Landscape Architects vertreten.
Das Projekt wird durch das Interreg Nordsee Programm von der Europäischen Union kofinanziert. Umfassende Informationen sind unter https://www.interregnorthsea.eu/green-team sowie beim Landkreis Emsland, Ansprechpartner Walter Pengemann, unter der Rufnummer 05931/44-1528 erhältlich.
Projekt Green Team - Stadt Papenburg (Quelle: Stadt Papenburg)
Für die Stadt Papenburg stellt das Projekt Green Team eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Klimaanpassungskonzept dar, da es dabei unterstützt, das Konzept in das tägliche Verwaltungshandeln zu integrieren und konkrete Umsetzungsschritte zu entwickeln. Erste Maßnahmen aus dem Konzept werden am 10. Mai 2025 im Rahmen der „Papenburger Meile“ vorgestellt.
Die Stadt wird dabei durch die externe Beratung des Unternehmens Energielenker begleitet. Zusätzlich bringt die Sozialforschungsstelle der TU Dortmund, die seit über zehn Jahren zum Thema Klimaanpassung arbeitet, wertvolle wissenschaftliche Expertise ein. Auch gute Beispiele aus dem Ausland, in denen einzelne Maßnahmen bereits weiter fortgeschritten sind, fließen in die Arbeit mit ein. Die enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland schafft zudem wichtige Schnittstellen, etwa im Bereich der Gesundheitsvorsorge. Da Klimaanpassung nicht an Gemeindegrenzen endet, profitieren Stadt und Landkreis gleichermaßen von der Kooperation.
Ansprechpartner in der Stadtverwaltung ist Martin Weichers:
E-Mail: Martin.Weichers@papenburg.de
Telefon: 04961/82-5648